BEKANNTER TV-KOCH UNTERSUCHT MCDONALD'S-ESSEN: WAS ER IM MCCHICKEN FINDET, IST MEHR ALS EKLIG

Das ZDF-Format „besseresser“ checkt regelmäßig beliebte Produkte und Marken und zeigt, was wirklich hinter den bekannten Lebensmitteln steckt.

In der Ausgabe von Juli 2026 „Die Tricks von McDonald’s“ nimmt Sebastian Lege, Koch und Produktentwickler für Lebensmittel, bekannte Produkte des Fast-Food-Riesen McDonalds unter die Lupe: u.a. McChicken, McFlurry und McMuffin. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Geschmack und Zutaten, sondern vor allem die Frage, wie ein Produkt möglichst günstig, standardisiert und gleichzeitig möglichst appetitlich gebaut wird.

McChicken enthält beachtlich viel Hähnchenhaut

Besonders deutlich wird das beim beliebten McChicken-Burger. In der Sendung zeigt Sebastian Lege, dass der Burger nicht aus einem klassischen Hähnchenfilet besteht, sondern ein hochverarbeitetes Hähnchenprodukt ist. Der Hähnchenanteil liegt demnach bei rund 62 Prozent – verarbeitet werden zerkleinertes Fleisch und ein beachtlicher Anteil Hähnchenhaut, die für mehr Saftigkeit und Geschmack sorgt.

Statt eines gewachsenen Filetstücks wird die Masse technisch verarbeitet, in Form gebracht und anschließend paniert. Der Vorteil für den Hersteller: Diese Methode ist deutlich günstiger und ermöglicht eine gleichbleibende Qualität bei großen Mengen.

Der Vanilletrick im McFlurry

Auch der McFlurry ist bei Kunden beliebt: Softeis, etwas Topping, fertig. Die Sendung zeigt, dass schon die Basis deutlich stärker gebaut ist, als der Name vermuten lässt. Der Vanillegeschmack stammt demnach nicht aus echter Vanille, sondern aus Vanillin.

Das ist in der Lebensmittelindustrie längst Alltag. Vanillin ist deutlich günstiger als echte Vanilleschoten, geschmacklich aber so vertraut, dass viele Verbraucher den Unterschied kaum bewusst wahrnehmen, so die Verbraucherzentrale. Gerade deshalb eignet sich das Beispiel gut für das, was „besseresser“ zeigen will: Ein vertrauter Geschmack muss nicht zwingend aus dem Rohstoff stammen, den man spontan erwarten würde. Häufig entsteht er durch Aromastoffe, die technisch präzise auf Wirkung und Kosten abgestimmt sind.

Die Apfeltasche: viel Fülle, weniger Frucht als gedacht

Ein ähnliches Prinzip zeigt die Folge bei der Apfeltasche. Von außen vermittelt sie das Bild eines warmen, fruchtigen Desserts. Im Inneren steckt laut Sendung jedoch weniger Apfel, als viele vermuten würden. Damit die Füllung trotzdem voll, süß und gleichmäßig wirkt, wird sie unter anderem mit Wasser, Zucker und Verdickungsmitteln aufgebaut.

Das verändert nicht nur die Konsistenz, sondern auch die Wahrnehmung: Die Tasche wirkt reichhaltiger und fruchtiger, als es der reine Fruchtanteil allein leisten würde. Genau dieser Effekt ist typisch für viele industrielle Produkte. Nicht nur der eigentliche Rohstoff zählt, sondern vor allem, wie sich mit technischen Hilfsmitteln ein bestimmtes Mundgefühl und ein vertrautes Geschmackserlebnis erzeugen lassen.

Tiefergehende Informationen und was der Produktentwickler außerdem unter die Lupe nimmt, erfahren Sie im ZDF-Beitrag „besseresser – Die Tricks von McDonald's“.

Das Prinzip dahinter begleitet Fast Food schon seit Jahren

Interessant an der besseresser-Folge ist deshalb nicht nur die Zerlegung einzelner McDonald’s-Produkte, sondern das größere System dahinter. Gezeigt wird ein Grundprinzip, das die Fast-Food- und Convenience-Industrie seit Langem prägt: Ein Produkt soll überall gleich schmecken, optisch vertraut wirken, schnell produzierbar und wirtschaftlich kalkulierbar bleiben.

Dabei spielt nicht nur die Auswahl der Zutaten eine Rolle, sondern auch deren Verarbeitung. Kritiker bemängeln seit Jahren, dass viele Fast-Food-Produkte stark optimiert werden – mit Mischungen aus Fleisch, Fetten, Stärke, Zucker, Aromen und Zusatzstoffen, die vor allem für Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit sorgen. Aus Herstellersicht geht es darum, Qualitätsschwankungen zu vermeiden, Zutaten effizient einzusetzen und ein möglichst konstantes Geschmackserlebnis zu schaffen.

Genau dieser Mechanismus sorgt immer wieder für Diskussionen: Viele Produkte wirken in der Werbung schlicht und natürlich, sind in der Herstellung aber komplexe Industrieprodukte. Die Debatte um Zutaten, Zusatzstoffe und den Grad der Verarbeitung begleitet McDonald’s deshalb seit Jahren. Bereits 2017 kritisierte etwa Steve Ells, Gründer der US-Kette Chipotle, laut Business Insider, dass McDonald’s mit einem natürlicheren Image werbe, während viele Produkte weiterhin auf industrielle Verarbeitung und optimierte Rezepturen setzen.

Auch internationale Medien haben sich immer wieder mit den Inhaltsstoffen von McDonald’s beschäftigt. So zeigte etwa Earth Eats am Beispiel der Pommes, dass hinter dem vermeintlich einfachen Produkt Kartoffel eine aufwendige Verarbeitung steckt, unter anderem mit Zutaten wie Dextrose zur gleichmäßigen Färbung und Natrium-Säure-Pyrophosphat, um die typische Optik nach der Verarbeitung zu erhalten.

2026-08-06T09:13:37Z