COLD BREW AUS DEM KAFFEEVOLLAUTOMATEN: EISKALTER KAFFEE IN MINUTEN STATT üBER NACHT

Es gibt diesen einen Moment im Hochsommer, in dem selbst überzeugte Espresso-Trinker kapitulieren: Die Tasse dampft, die Küche glüht und der Gedanke an heißen Kaffee fühlt sich plötzlich falsch an. Genau hier beginnt die zweite Karriere des Kaffeevollautomaten. Denn was jahrelang nur Spezialcafés oder geduldige Selbermacher mit Einmachglas und zwölf Stunden Kühlschrankzeit hinbekamen, gibt es inzwischen auf Knopfdruck: eiskalter Cold Brew, cremiger Iced Latte, Kaffee über Eis – mild, erfrischend und in Minuten statt über Nacht.

IMTEST stellt sieben Vollautomaten vor, die genau das versprechen. Und klärt nebenbei eine Frage, die viele Hersteller elegant umschiffen: Was ist eigentlich „Cold Brew“ – und warum bereitet ihn streng genommen keines dieser Geräte zu? Spoiler: Das ist weniger ein Problem als eine Fußnote. Wer stattdessen einen Überblick über die besten Kaffeevollautomaten insgesamt sucht, wird im Kaffeevollautomaten-Vergleichstest von IMTEST fündig.

Cold Brew, Cold Extraction, Eiskaffee: Was steckt dahinter?

Wer sich mit dem Thema Kaltgetränke aus dem Kaffeevollautomaten beschäftigt, stößt schnell auf eine Begriffsvielfalt, die mehr verwirrt als erklärt: Cold Brew, Cold Extraction, Cold Pressed, Chilled Brew – und irgendwo dazwischen noch der gute alte Eiskaffee. Was davon ist dasselbe, was ist anders, und warum lohnt sich der Unterschied überhaupt?

Echter Cold Brew: Geduld ist die wichtigste Zutat

Beim klassischen Cold Brew, wie er in Cafés oder mit einem einfachen Einmachglas-Setup zu Hause entsteht, wird grob gemahlener Kaffee mit kaltem Wasser übergossen und anschließend für zwölf bis 24 Stunden zugedeckt im Kühlschrank gelagert. Anschließend wird das Gemisch gefiltert – ohne jede Wärme, ohne Druck, ohne Eile. Was dabei entsteht, ist ein konzentriertes Extrakt, das sich in seiner Chemie deutlich von heißgebrühtem Kaffee unterscheidet. Weil bei niedrigen Temperaturen andere Verbindungen aus dem Kaffeemehl gelöst werden als bei der Heißextraktion, ist das Ergebnis ausgesprochen mild, wenig bitter und trägt eine natürliche, fast schon süßliche Note – ganz ohne Zucker. Verdünnt mit Wasser oder Milch und über Eis serviert, ist echter Cold Brew für viele das ultimative Sommergetränk.

Was Kaffeevollautomaten wirklich machen

Kaffeevollautomaten können keinen echten Cold Brew herstellen – und das liegt schlicht in ihrer Natur. Sie sind für schnelle Zubereitung gebaut, nicht für stundenlange Kaltextraktion. Was sie stattdessen tun: Sie extrahieren den Kaffee ohne heißes Wasser, stattdessen mit Wasser in Zimmertemperatur und in einem Bruchteil der Zeit – in Minuten statt Stunden. De’Longhi nennt das „Cold Extraction Technology“, Ninja spricht von „Rapid Cold Brew“ oder „Cold Pressed“ (kaltgepresst), Nivona nennt sein Verfahren „Chilled Brew“ und sagt, dass man sich vom Cold Brew inspiriert hat. Die Namen sind unterschiedlich, das Prinzip ist dasselbe.

Das Ergebnis ist dem echten Cold Brew geschmacklich durchaus ähnlich: milder als ein heißer Espresso, weniger bitter, angenehm erfrischend. Den handgemachten Cold Brew aus dem Café um die Ecke, der stundenlang gezogen hat, ersetzt es aber nicht eins zu eins. Das ist jedoch keine Schwäche der Geräte, sondern einfach eine Frage der Definition – und im Alltag für die meisten Menschen schlicht egal. Wer morgens auf Knopfdruck einen milden, eiskalten Kaffee haben möchte, bekommt genau das.

Der dritte Weg: Heißer Espresso über Eis

Neben Cold Brew und Cold Extraction gibt es noch eine dritte Variante, die einige Kaffeevollautomaten als Eiskaffee-Programm (beispielsweise unter der Bezeichnung Iced Coffee oder Iced Latte) mitbringen: einen heißen Espresso oder Kaffee, der direkt über Eiswürfel ausgegeben und so schnell heruntergekühlt wird. Das Ergebnis ist kräftiger und intensiver als Cold Brew – aber auch bitterer und säurehaltiger, weil Heißextraktion nun einmal andere Aromastoffe löst. Wer seinen Kaffee lieber mit Wumms mag, ist damit gut bedient. Wer es mild und rund bevorzugt, greift eher zu einem Gerät mit Cold-Extraction-Funktion.

Zur Orientierung hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Kaffeevollautomaten mit Cold-Brew-Funktion

Vier der sechs vorgestellten Geräte extrahieren Kaffee kalt – wenn auch unter verschiedenen Namen. Was sie eint: Das Ergebnis ist stets milder und weniger bitter als heißgebrühter Kaffee, der über Eis gegossen wird. Was sie unterscheidet, sind Getränkevielfalt, Ausstattung, Preis – und eben die Terminologie. Ein Gerät fällt dabei schon beim Namen aus der Reihe: der Nivona NIVO 9101, der sein Verfahren als „Chilled Brew“ vermarktet. Weil es sich dabei aber technisch um dasselbe Prinzip handelt, stellen wir ihn hier gemeinsam mit den anderen Cold-Brew-Automaten vor.

Testsieger mit breitem Angebot: Siemens EQ700 iAroma

Wer das Beste vom Besten will und bereit ist, dafür tief in die Tasche zu greifen, kommt am Siemens EQ700 iAroma (UVP: 2.049 Euro) kaum vorbei. Mit einer Gesamtnote von 1,75 („gut“) ist er unser Testsieger unter den Kaffeevollautomaten – und er hat sich diesen Platz redlich verdient.

Das Herzstück für Kaltgetränke-Fans: Neben dem Cold Brew bietet der Kaffeevollautomat auch einen Cold Brew Macchiato. Insgesamt stehen 37 Kaffeespezialitäten zur Wahl, darunter internationale Leckereien aus dem „CoffeeWorld“-Menü, die Filterkaffee-Alternative Slow Brew und XL-Varianten für To-go-Becher. Zehn weitere Spezialitäten lassen sich über die „Home Connect“-App freischalten. Eine praktische Playlist-Funktion ermöglicht es zudem, mehrere Getränke hintereinander automatisch zuzubereiten – praktisch, wenn Besuch kommt.

Technisch überzeugt der Siemens-Vollautomat auf ganzer Linie: Extraktionszeit und Espressotemperatur sind hervorragend, zudem macht das Gerät wenig Krach während der Zubereitung. Das vollständig integrierte Milchsystem mit seitlich eingesetztem Behälter und herausnehmbarem Cappuccinatore im Zentralauslauf liefert sehr feinen, cremigen Milchschaum – und dank Doppelauslauf lassen sich sogar zwei Milchkaffees gleichzeitig beziehen. Hinzu kommt ein durchdachtes Reinigungskonzept. Leichte Abzüge gibt es lediglich für den etwas trägen Touchscreen und die längere Gesamtzubereitungszeit.

Eiskaffee-Spezialist mit 40 Programmen: De’Longhi Eletta Ultra

Wer kalten Kaffee nicht nur als Gelegenheitstrinker, sondern als echte Leidenschaft betrachtet, wird beim De’Longhi Eletta Ultra (UVP: 1.399 Euro) fündig. Kein anderer Vollautomat im Testfeld bietet eine derart üppige Auswahl an Kaltgetränken: 13 kalte Kaffeespezialitäten stehen bereit – sechs ohne Milch, sieben mit –, eingebettet in ein Gesamtportfolio von 40 vorprogrammierten Spezialitäten.

Das technische Herzstück für Eiskaffee-Fans ist die hauseigene „Cold Extraction Technology“: Kaffee wird ohne Heißwasser, schonend und bei Zimmertemperatur extrahiert und ergibt so ein angenehm mildes, wenig bitteres Getränk. Für die Milchvarianten bringt der Eletta Ultra eine Besonderheit mit: zwei LatteCrema-Becher – einen für heiße, einen für kalte Zubereitungen. Sie werden links neben dem höhenverstellbaren Zentralauslauf eingesteckt und fassen jeweils rund 465 Milliliter. So gelingt auf Knopfdruck sowohl ein heißer Cappuccino als auch ein eiskalter Iced Latte – mit geringem Umbauaufwand.

Im Test überzeugt der De’Longhi mit einer sehr kurzen Aufheizzeit und einer sehr guten Extraktionszeit. Das 4,3-Zoll-Touchdisplay reagiert flott, die Menüführung ist logisch aufgebaut. Besonders clever: Die „Coffee Routine“-Funktion lernt mit der Zeit, welche Getränke zu welcher Tageszeit bevorzugt werden, und rückt diese auf dem Startbildschirm automatisch nach vorn. Nutzerprofile für verschiedene Haushaltsmitglieder sind ebenfalls an Bord. Der Espresso ist vollmundig mit dichter Crema, der Milchschaum feinporig und fest. Zwei Abstriche: Die Milchmenge lässt sich im Rezeptmenü nicht separat einstellen, und der Verbrauch im ausgeschalteten Zustand fällt etwas höher aus.

Newcomer mit Cold-Brew-Ambitionen: Ninja AutoBarista Pro

Dass Ninja als Hersteller kein Unbekannter im Bereich Küchentechnik ist, hat die Marke mit Heißluftfritteusen, Eismaschinen und Slush-Eis-Maschinen längst bewiesen. Mit dem AutoBarista Pro (UVP: 899,99 Euro) wagt Ninja nun den Schritt in die Welt der Kaffeevollautomaten – und tut das mit einem Cold-Brew-Programm im Gepäck. Mit einer Gesamtnote von 1,96 („gut“) zieht der Newcomer mit dem De’Longhi Eletta Ultra gleich, bringt aber ein grundlegend anderes Bedienkonzept mit.

Das Cold-Brew-Angebot umfasst zwei Programme: Cold Brew und Cold Pressed. Hinzu kommt der Iced Latte, der heiß auf Eiswürfel extrahiert wird, dafür aber mit kalter Milch zubereitet wird. Zusammen mit neun weiteren Spezialitäten, darunter Klassiker wie Espresso und Cappuccino, ergibt das zwölf vorprogrammierte Getränke. Kein Rekord, aber für die meisten Alltagsszenarien absolut ausreichend. Praktisch: Die Lösung mit austauschbaren Bohnenbehältern macht es möglich, zwischen zwei verschiedenen Bohnensorten zu wechseln, ohne umzufüllen – ideal für Haushalte mit unterschiedlichen Geschmäckern.

Die hauseigene „Grind IQ“-Technologie mahlt vollautomatisch auf Basis der angestrebten Extraktionszeit und nimmt dem Nutzer damit die manuelle Mahlgradeinstellung ab. Das klingt komfortabler als es ist: Die Gesamtzubereitungszeit ist die längste, die IMTEST je bei einem Kaffeevollautomaten gemessen hat, und das laute Mahlwerk macht die Wartezeit zusätzlich spürbar. Mit den richtigen Einstellungen überzeugt der AutoBarista Pro mit vollmundigem Espresso, dichter Crema und feinporigem Milchschaum.

Cold Brew zum kleinen Preis: Krups Coffee Crush Experience

Cold Brew muss nicht zwingend aus der Oberklasse kommen: Der Krups Coffee Crush Experience bringt ein Cold-Brew-Programm bereits für eine UVP von 469,99 Euro mit und war zum Testzeitpunkt für knapp 350 Euro erhältlich. Mit einer Breite von nur 14,7 Zentimetern ist er zudem der schmalste Kaffeevollautomat im Test und damit besonders für kleine Küchen interessant.

Das Angebot bleibt bewusst überschaubar: Espresso, Lungo, „Filterkaffee“ und Cold Brew stehen zur Wahl. Hinter den beiden letztgenannten Programmen steckt das Schwallbrühverfahren. Beim Cold Brew nutzt der Krups-Vollautomat Wasser bei Zimmertemperatur und extrahiert den Kaffee in mehreren Schüben. Das Getränk wird dadurch milder und weniger bitter als ein Espresso, erreicht geschmacklich aber nicht ganz die Tiefe eines klassisch über viele Stunden kalt gezogenen Cold Brews. Das gilt grundsätzlich auch für andere Vollautomaten mit Cold-Brew-Programm, da sie Kaffee in Minuten statt über viele Stunden extrahieren.

Abseits der Kaltgetränke setzt der Coffee Crush auf ein schlankes, unkompliziertes Konzept: Das Kegelmahlwerk lässt sich in fünf Stufen einstellen, die Dampflanze erhitzt Milch oder erzeugt Milchschaum per Hand. Der Espresso überzeugt nach Anpassung des Mahlgrads mit guter, beständiger Crema, ausgewogenem Geschmack und ordentlichem Körper. Einschränkungen gibt es bei der Getränkevielfalt, dem kleinen Bohnenfach und der fehlenden Milchschaumautomatik. Dafür ist der Krups eine besonders kompakte und vergleichsweise günstige Option für alle, die Cold Brew auf Knopfdruck ausprobieren möchten.

Chilled Brew statt Cold Brew: Nivona NIVO 9101

Wer beim Nivona NIVO 9101 (UVP: 1.649 Euro) nach „Cold Brew“ sucht, findet ihn nicht – zumindest nicht unter diesem Namen. Der Hersteller aus Nürnberg nennt seine Kaltgetränke-Variante „Chilled Brew“ und bietet damit drei Programme an: Chilled Espresso, Chilled Kaffee und Chilled Americano. Das Verfahren dahinter ist identisch mit dem der anderen Geräte unter den Cold-Brew-Kaffeevollautomaten: Kaltextraktion ohne Heißwasser, in Minuten statt Stunden.

Wer einen Chilled Brew mit Milch möchte, muss beim NIVO 9101 selbst Hand anlegen – eine direkte Kombination wie beim De’Longhi Eletta Ultra gibt es nicht. Dafür punktet der Nivona-Vollautomat mit einem durchdachten Milchsystem, das eine echte Besonderheit mitbringt: Die Maschine lässt sich auf den jeweils verwendeten Milchtyp einstellen – tierische Milch, Hafermilch oder eine andere pflanzliche Alternative – und passt die Aufschäumparameter automatisch an. Der Cappuccinatore im Zentralauslauf besitzt zudem einen Doppelauslauf, sodass zwei Milchkaffees gleichzeitig bezogen werden können.

Technisch ist der NIVO 9101 ebenfalls gut aufgestellt: Das 7-Zoll-Touchdisplay ist schnell und übersichtlich, das Kegelmahlwerk sehr leise und der Stromverbrauch gering. Lediglich die Aufheizzeit von 54 Sekunden fällt etwas lang aus. Beim Espresso empfiehlt sich ein feinerer Mahlgrad, da er mit den Werkseinstellungen etwas zu sauer ausfällt. Der Milchschaum hingegen überzeugt sofort: feinporig, cremig, mit angenehmer natürlicher Süße.

Eiskaffee ohne Cold Brew: Krups und Philips machen’s heiß auf Eis

Nicht jeder Kaffeevollautomat mit Eiskaffee-Programm extrahiert den Kaffee auch kalt. Krups und Philips gehen einen anderen Weg: Beide Geräte brühen den Kaffee heiß über Eis und servieren ihn anschließend kalt. Das Ergebnis schmeckt kräftiger und intensiver als die Getränke mit Kaltextraktion, fällt aber auch bitterer aus. Für alle, denen Cold Brew zu mild ist oder die schlicht keinen Wert auf das Label legen, sind diese Geräte durchaus eine interessante Option – vor allem, weil sie beide ein beeindruckendes Gesamtpaket mitbringen.

Erschwinglicher Eiskaffee mit leichten Abstrichen: Krups Evidence Hot & Cold

Der Krups Evidence Hot & Cold EA898 (UVP: 919,99 Euro) ist der günstigste Vollautomat in dieser Übersicht und der einzige, der Eiskaffee mit Milchschaum bereits in der Mittelklasse anbietet. Insgesamt stehen 17 Getränkeprogramme bereit: neun heiße Spezialitäten, vier kalte – davon zwei mit Milch – sowie vier To-go-Programme für große Becher.

Das Milchsystem arbeitet mit der bewährten Kombination aus Cappuccinatore und Schlauch, eine Metalllanze stellt die Verbindung zur Milchquelle her – ein separater Milchbehälter liegt nicht bei. Der Cappuccinatore im Zentralauslauf bietet einen Doppelauslauf, zwei Milchkaffees gleichzeitig sind also möglich.

Technisch gibt es ein gemischtes Bild: Die Espressotemperatur ist sehr gut, Aufheizzeit und Zubereitungszeit für den Espresso sind hingegen sehr lang. Dazu kommt, dass die Brühgruppe fest verbaut ist. Automatische Pflegeprogramme für Entkalkung, Kaffee- und Milchsystemreinigung sind jedoch vorhanden. Beim Espresso empfiehlt sich dringend ein feinerer Mahlgrad: Mit den Werkseinstellungen fällt der Kaffee wässrig und geschmacksarm aus. Der Milchschaum schlägt sich besser und kommt feinporig und fest heraus.

Die größte Eiskaffee-Auswahl: Philips Café Aromis Series 8000

Wer bei Eiskaffee keine Kompromisse hinsichtlich des Angebots machen will, landet unweigerlich beim Philips Café Aromis Series 8000 (UVP: 1.099 Euro). Sagenhafte 53 vorprogrammierte Spezialitäten stehen bereit – davon allein 25 kalte Kaffeespezialitäten, aufgeteilt in elf schwarze Kaltgetränke und 14 kalte Milchkaffeevarianten. Damit bietet kein anderer Kaffeevollautomat im Testfeld auch nur annähernd so viel Auswahl für Eiskaffee-Fans.

Das Milchsystem arbeitet mit zwei schlauchlosen LatteGo-Pro-Bechern: einem für heiße, einem für kalte Zubereitungen – erkennbar an farblich unterschiedlichen Markierungen. Das Prinzip ist einfach: Milch einfüllen, Becher einhängen, Programm starten. Praktisch, wenn auch die Positionierung des Glases etwas Sorgfalt erfordert, da der Milchschaum seitlich aus dem Auslauf kommt und sonst daneben fließt. Neun Nutzerprofile ermöglichen es, die Lieblingseinstellungen verschiedener Haushaltsmitglieder dauerhaft zu speichern.

Das 4,3-Zoll-Touchdisplay reagiert flott und ist übersichtlich strukturiert, die Menüführung erschließt sich schnell. Der „Barista Assistant“ stellt das Gerät automatisch anhand von Bohnensorte und Röstgrad ein – ein nützliches Feature für Einsteiger. Zwar ist die Aufheizzeit etwas lang und beim Brühen wird der Philips-Automat etwas lauter als die Konkurrenz. Dafür ist die Espressotemperatur sehr gut. Beim Espresso selbst zeigt sich hingegen Verbesserungspotenzial: Mit den Werkseinstellungen fällt die Crema zwar zunächst dicht aus, verflüchtigt sich aber schnell. Der Geschmack wirkt etwas wässrig und bitter. Ein deutlich feinerer Mahlgrad garantiert Besserung. Der Milchschaum ist fest und besteht den Löffeltest, bleibt aber grobporiger als bei der Konkurrenz.

Alle Geräte auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eckdaten aller sechs vorgestellten Kaffeevollautomaten zusammen – damit der Vergleich auf einen Blick gelingt.

Ein Hinweis zur Einordnung: Die IMTEST-Note bewertet den Kaffeevollautomaten als Ganzes – also Espressoqualität, Milchschaum, Ausstattung, Bedienung, Lautstärke, Reinigung und mehr. Sie ist kein reines Urteil über die Kaltgetränke-Funktion. Dass der Philips Café Aromis Series 8000 trotz der größten Eiskaffee-Auswahl im Testfeld nur die fünftbeste Note erzielt, liegt schlicht daran, dass er beim Espresso und Milchschaum Abstriche macht. Wer also speziell nach dem besten Eiskaffee-Vollautomaten sucht, sollte die Spalte „Anzahl Kaltgetränke“ mit im Blick behalten – und nicht nur die Note.

Fazit: Cold Brew aus dem Vollautomaten – gut genug für den Alltag

Keiner der vorgestellten Kaffeevollautomaten bereitet echten Cold Brew zu – und das ist, wie eingangs erklärt, keine Schwäche, sondern schlicht eine Frage der Definition. Was die Geräte stattdessen liefern, ist ein milder, angenehm erfrischender Kaffee auf Knopfdruck, der dem Original geschmacklich nahekommt und im Alltag mehr als ausreichend ist. Wer bislang seinen Kaffeevollautomaten nur für Espresso und Cappuccino genutzt hat, darf ihn im Sommer gerne neu entdecken.

Unter den Cold-Brew-fähigen Geräten macht der Siemens EQ700 iAroma als Testsieger das Rennen – er ist der vielseitigste, leiseste und technisch ausgefeilteste Vollautomat im Testfeld, hat aber auch seinen Preis. Wer die Kaltgetränke-Funktion in den Vordergrund stellen möchte, greift besser zum De’Longhi Eletta Ultra, der mit 13 kalten Programmen und einem separaten Milchbecher für kalten Milchschaum das durchdachteste Cold-Brew-Konzept mitbringt. Als günstigster Einstieg mit echter Cold-Brew-Funktion empfiehlt sich der Ninja AutoBarista Pro – mit etwas Einarbeitungszeit. Bietet die Küche nur wenig Platz, lohnt sich der superschmale Krups Coffee Crush Experience. Wer auf Cold Brew verzichten kann und trotzdem eiskalten Kaffee in großer Vielfalt möchte, wird beim Philips Café Aromis Series 8000 mit 25 Eiskaffeeprogrammen mehr als fündig. Und wer das alles zum kleinsten Preis haben möchte, nimmt den Krups Evidence Hot & Cold – und freut sich im Sommer trotzdem über einen ordentlichen Iced Latte.

2026-06-30T06:27:26Z